
Vom Künstler-Gen und einem Glauben, der Freiheit braucht.
Begegnungen, die noch lange nachklingen, habe ich etliche in meinem Leben. Davon kann jeder Mensch erzählen. Eine Begegnung mit Jesus ruft allerdings Stirnrunzeln hervor. Ist das nicht der Wanderprediger aus der Bibel? Der „Sohn Gottes“ genannt wurde? An dessen Tod und Auferstehung die Christen glauben? Genau, das ist er.
Die Begegnung suchte ich nicht, hielt sie auch nie für möglich. Früher habe ich gar nicht so genau über die Konsequenzen nachgedacht. Meine Pläne sahen sowieso ganz anders aus. Ich träumte davon, nach meinem Abitur eine Schauspielschule zu besuchen und danach auf Theaterbühnen mein Glück zu machen.
Das Künstler-Gen meiner Vorfahren steckt in mir. Der Glaube spielte auch eine Rolle. In einer Kirchengemeinde aufgewachsen waren mir die Prinzipien eines christlichen Lebenswandels mehr als bewusst. Aber ich kenne auch die ganze Klaviatur von Frömmigkeit ohne Spaß, einer verneinenden Weltsicht und einem Glauben, der Menschen klein machen kann.
Genau deshalb schreibe ich heute lieber über einen Glauben, der mitten im Leben stattfindet – mit Liebe, Humor, Zweifel und der Freiheit, Fragen zu stellen.